Embedded-Hersteller SBOM erstellen

SBOM erstellen für Embedded-Hersteller

Rechtsgrundlage
Art. 13 Abs. 3, Anhang I Teil II Nr. 1 CRA
Frist
Frist: 11. Dezember 2027
Hinweis: Diese Information ist eine indikative Einschätzung auf Basis der EU-Verordnung 2024/2847 und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Anwalt.

Was Sie wissen müssen

SBOM erstellen im Embedded-Hersteller: Was der CRA konkret fordert, typische Herausforderungen und erste Schritte — branchenspezifisch erklärt.

Software Bill of Materials (SBOM)

Eine SBOM ist ein maschinenlesbares Inventar aller Software-Komponenten eines Produkts — einschließlich Third-Party-Bibliotheken, Open-Source-Abhängigkeiten, Treiber und Firmware. Der CRA verlangt sie als Teil der technischen Dokumentation.

Konkrete Anforderungen nach CRA:

  • Vollständiges Inventar aller Software-Komponenten (eigene und zugekaufte)
  • Maschinenlesbares Format: CycloneDX oder SPDX empfohlen
  • Enthält: Komponentenname, Version, Lizenz, Hersteller, bekannte CVEs
  • Aktuell halten bei Updates und Patches
  • Kunden auf Anfrage zugänglich machen

Warum ist SBOM erstellen für Embedded-Hersteller besonders relevant?

Embedded-Software ist oft eine Mischung aus proprietärem Code, Real-Time-OS (FreeRTOS, Zephyr, VxWorks) und Third-Party-Bibliotheken für Kommunikation, Kryptografie oder Netzwerk. Die SBOM muss auch Bootloader, Treiber und Middleware erfassen — Komponenten, die in klassischen Software-SBOMs oft fehlen.

Typische Herausforderung

Embedded-Projekte haben historisch keine Abhängigkeitsverwaltung wie NPM oder Maven. SBOMs müssen oft manuell oder mit spezialisierten Tools (Yocto Bill of Materials, Buildroot) erstellt werden.

Besonderheiten im Embedded-Hersteller

  • Physische Angriffsvektoren (JTAG, UART) müssen in Risikoanalyse bewertet werden
  • OTA-Update-Mechanismus ist für viele Embedded-Produkte eine neue Anforderung
  • Als Komponente verbaut: Pflichten liegen beim Komponentenhersteller UND beim Gerätehersteller

Erste Schritte zur Umsetzung

  1. 1

    SBOM-Tool wählen (z. B. Syft, Trivy, CycloneDX-Maven-Plugin)

  2. 2

    SBOM in CI/CD-Pipeline integrieren — automatische Generierung bei jedem Build

  3. 3

    OEM-Komponenten: SBOM-Daten von Zulieferern einfordern

  4. 4

    CVE-Monitoring einrichten (SBOM als Basis für Schwachstellen-Scanning)

  5. 5

    SBOM in technischer Dokumentation referenzieren

Weiterlernen

Nächster Schritt

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Quellen: EU-Verordnung 2024/2847 (Cyber Resilience Act), veröffentlicht im Amtsblatt der EU am 20. November 2024. Rechtsgrundlage: Art. 13 Abs. 3, Anhang I Teil II Nr. 1 CRA.

Kein Rechtsrat: Diese Seite stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Einschätzungen konsultieren Sie bitte einen Fachanwalt für IT-Recht.